Grundlagendokument · Stand August 2026
Woran wir glauben, wogegen wir stehen, was wir versprechen. Und wie wir miteinander umgehen. Dies ist kein Marketingtext, sondern das Betriebssystem unserer Marke.
Es sagt, wer bloomnow ist, woran wir glauben, wogegen wir stehen und was wir versprechen. Und es sagt, wie wir miteinander umgehen: im Team, mit Partner*innen, in unserer Community und mit den Expert*innen auf unserer Plattform.
Es gilt nach innen und nach außen. Wer bei uns arbeitet, für uns schreibt, uns vertritt oder sich als Expert*in bei uns listen lässt, teilt diese Haltung. Das Manifest ist öffentlich sichtbar, auf unserer Website, in bloomnow und im Info-Koffer. Der Code of Conduct weiter unten beschreibt, wie wir zusammenarbeiten. Die Selbstverpflichtungen am Ende machen konkret, was das für die drei Gruppen bedeutet, die bloomnow mittragen.
Die Kurzfassung. Sie darf für sich stehen, auf einer Seite, an einer Wand, in bloomnow.
bloomnow. Außer-gewöhnlich. Nur außer-gewöhnliche Menschen können Außer-gewöhnliches schaffen. Lasst uns gemeinsam eure Stärken weiterentwickeln.
Teil I · Das Manifest
Wir haben bloomnow gegründet, weil zu viele außer-gewöhnliche Kinder verloren gehen, nicht an ihrer Neurodivergenz, sondern an einer Welt, die für sie nicht gebaut ist. Familien warten in der DACH-Region bis zu zwei Jahre auf Hilfe und Diagnose. Sie kämpfen allein, oft mit dem Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Das wollen wir ändern. Für jede Familie, jede Pädagog*in und jede Fachkraft in dem Moment, in dem sie es braucht.
bloomnow. Nicht eine App für ein Problem. Ein Verbündeter für alles, was dazugehört. Vom ersten Bauchgefühl bis ins Erwachsenenalter.
bloomnow ist mehr als eine App, mehr als eine Plattform. bloomnow ist ein Verbündeter, der an der Seite von Familien mit neurodivergenten Kindern und dem ganzen Umfeld rundherum bleibt: vom ersten Gefühl, dass etwas anders ist, über die Diagnose hinaus, durch jede Lebensphase, lange danach. Die Diagnose ist für uns nicht das Ende, sondern der Anfang. Jede beantwortete Frage bringt die nächste hervor, und wir bleiben.
Was uns von einem bloßen Werkzeug unterscheidet: bloomnow passt sich an. Nicht der Mensch muss sich einem starren System anpassen, sondern der Verbündete passt sich jedem Bedarf an, statt umgekehrt. Wir sind der erste adaptive Verbündete für neurodivergente Menschen und das gesamte Umfeld rundherum.
Wir sind eine Bewegung. Rund um bloomnow wächst ein Netzwerk aus Familien, Pädagog*innen, Therapeut*innen, Ärzt*innen und Menschen, die selbst neurodivergent sind. Sie alle teilen eine Überzeugung: Diese Kinder sind nicht das Problem. Das Problem ist eine Welt, die noch nicht für sie gebaut ist. Diese Welt wollen wir ändern.
Noch vor allem, was wir über Neurodivergenz glauben, steht ein einfacher Satz: Jeder Mensch ist von Geburt an gleich viel wert. Gleich an Würde, gleich an Rechten. Ganz gleich, woher jemand kommt, welche Sprache zu Hause gesprochen wird, welche Hautfarbe oder Religion ein Mensch hat, welches Geschlecht, wen er liebt, was er gern isst, ob groß oder klein, zart oder kräftig. Nichts davon macht einen Menschen mehr oder weniger wert. Und jeder Mensch verdient es, mit Respekt behandelt zu werden.
Diese Überzeugung ist nicht nur unsere. Sie steht in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, und sie ist das Fundament, auf dem bloomnow steht. Auch viele ihrer Sätze sind für uns Kompass, unter anderem:
Für uns heißt das: Ein neurodivergenter Mensch hat dieselbe Würde, dieselben Rechte und denselben Anspruch auf Entfaltung wie jeder andere. Genau dafür arbeiten wir.
Wir glauben an die Wissenschaft. Unsere Inhalte stehen auf dem Boden gesicherter Erkenntnis, geprüft von unserem klinischen Beirat. Das heißt auch, dass wir klar benennen, was widerlegt ist: Autismus wird nicht durch Impfungen ausgelöst. Diese Behauptung ist in großen, unabhängigen Studien so gründlich widerlegt, wie sich in der Wissenschaft überhaupt etwas widerlegen lässt. Pseudowissenschaft, Heilsversprechen und Schuldzuweisungen geben wir keinen Raum.
Wir glauben, dass Neurodivergenz bei jedem Menschen anders aussieht. Hochsensibilität, Hochbegabung, Legasthenie, Autismus, ADHS, Dyspraxie, Tourette und andere Hirnfunktionsweisen zeigen sich bei jedem Kind anders, und sie zeigen sich je nach Geschlecht sehr unterschiedlich. Mädchen werden häufig übersehen, weil sie maskieren, sich anpassen, unauffällig wirken. Hinter dem, was von außen wie Schüchternheit, Depression oder etwas ganz anderes aussieht, kann eine unerkannte Neurodivergenz stehen. Wer mit diesen Kindern arbeitet, muss diese Vielfalt kennen und mitdenken.
Wir glauben, dass jedes Kind außer-gewöhnlich ist, nicht schwierig. Wir sehen Stärken, wo andere nur „Störungen“ sehen. In jedem Kind steckt eine Stärke, manchmal eine Superpower. Das heißt nicht, dass wir Schwierigkeiten kleinreden. Ein Meltdown ist kein Wutanfall, Reizüberflutung ist keine Empfindlichkeit, Anecken ist eine Information, kein Urteil. Wir benennen Eigenschaften faktisch und wertschätzend, nie als Schwäche.
Wir glauben, dass Support entscheidet, nicht Intelligenz. Ob ein Kind in der Sonderschule landet oder in einer Begabtenförderung, hängt oft weniger von seiner Intelligenz ab als von der Unterstützung, die es bekommt. Diese Unterstützung wollen wir jedem Kind geben, unabhängig davon, wie viel Einkommen, Bildung oder Zeit seine Eltern haben. Hilfe darf kein Privileg sein.
Wir glauben, dass gute Begleitung mit den Betroffenen entsteht, nicht für sie. Menschen, die selbst neurodivergent sind, Familien, Pädagog*innen und Expert*innen, die es täglich leben, sind für uns nicht Empfänger*innen fertiger Lösungen, sondern Mitgestalter*innen. Nichts über sie ohne sie.
Wir glauben, dass Menschlichkeit und Kompetenz zusammengehören. Fachwissen ohne Haltung reicht uns nicht. Wir wählen Menschen nach ihrer menschlichen Haltung und ihrer Neugier aus, nicht nur nach Titeln.
Wir glauben, dass man nie auslernt. Das Wissen über Neurodivergenz und vieles andere wächst ständig. Wir bleiben lernend, hinterfragen uns und korrigieren uns, wenn neue Erkenntnisse es verlangen.
Die allermeisten Pädagog*innen, Therapeut*innen und Ärzt*innen wollen das Beste für die Kinder, die ihnen anvertraut sind. Aber das System ist überlastet, und Neurodivergenz kommt in ihrer Ausbildung bis heute kaum vor. Alle geben ihr Bestes, und trotzdem gelingt es zu oft nicht. Das ist keine Schuld der Menschen, es ist eine Lücke im System.
Deshalb zeigen wir nicht mit dem Finger. Wir wollen dazu beitragen, dass jeder Mensch im System, der mit außer-gewöhnlichen Kindern zu tun hat, besser zurechtkommt. Wir reichen Wissen, Werkzeug und Entlastung, damit aus gutem Willen gute Begleitung wird.
Sprache ist bei uns Haltung. Wir sagen außer-gewöhnliche Familien, nicht betroffene Eltern. Wir sagen begleiten, nicht behandeln. Wir sagen aufblühen. Wir beschreiben Verhalten als Kommunikation, nicht als Fehlverhalten.
Wir framen neurodivergente Eigenschaften nie als Schwäche oder Empfindlichkeit. Das Wort Superpower setzen wir bewusst und dosiert ein, denn es öffnet manche Menschen und stößt andere ab. Wir hören zu, welche Sprache der Mensch vor uns gerade braucht. Und wir drängen niemanden zu einem öffentlichen Outing.
bloomnow. unfold full potential for a bright future.
Teil II · Code of Conduct
Wie wir miteinander umgehen, in unseren Räumen, Communities, Online-Abenden und in der Zusammenarbeit. Und wozu sich alle verpflichten, die bloomnow mittragen.
bloomnow bringt sehr unterschiedliche Menschen zusammen: Familien, Fachkräfte, Pädagog*innen, Team und Partner*innen. Wir bringen verschiedene Perspektiven, Erfahrungen und Bedürfnisse mit. Dieser Code of Conduct beschreibt, wie wir miteinander umgehen wollen, und was passiert, wenn es einmal nicht klappt. Woran wir dabei glauben, steht im Manifest weiter oben.
Unterschiedliche Meinungen, Widerspruch und Reibung gehören dazu und sind gewollt. Sie bringen uns weiter. Diskriminierung gehört nicht dazu. Sie beginnt dort, wo Menschen wegen dessen, was sie sind oder was ihnen zugeschrieben wird, abgewertet, ausgeschlossen oder verletzt werden. Das widerspricht dem Fundament, auf dem wir stehen: gleiche Würde und gleiche Rechte für alle. Wo Reibung in Abwertung kippt, greifen wir ein.
Für uns besonders wichtig, weil es unser Kern ist: Ableismus, also die Abwertung von Menschen aufgrund ihrer Fähigkeiten oder zugeschriebener Unfähigkeiten, hat bei bloomnow keinen Platz. Ebenso wenig Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit oder jede andere Form gruppenbezogener Menschenabwertung.
Wenn du diskriminierendes Verhalten wahrnimmst, hast du mehrere Wege:
Was dann passiert:
Wir arbeiten betroffenenzentriert: Wir glauben Betroffenen. Wir arbeiten diskriminierungssensibel: Wir schauen auf Strukturen, nicht nur auf einzelne Momente. Und wir wissen, dass niemand von uns frei von blinden Flecken ist, wir selbst eingeschlossen. Deshalb bleiben wir ansprechbar und lernbereit.
Teil III · Selbstverpflichtungen
Das Manifest gilt für alle, die bloomnow mittragen. Die folgenden Selbstverpflichtungen machen konkret, was das für die jeweilige Gruppe bedeutet.
Wer im Team von bloomnow arbeitet, trägt diese Haltung mit:
Wer für bloomnow schreibt, gestaltet, postet oder uns nach außen vertritt:
Unsere Expert*innen sind das Vertrauensrückgrat von bloomnow. Familien verlassen sich darauf, dass die Menschen auf unserer Liste nicht nur fachlich gut sind, sondern eine Haltung teilen. Deshalb bitten wir dich, bevor du dich für unsere Expert*innen-Liste bewirbst, um deine ausdrückliche Zustimmung zu den folgenden Punkten. Nur wenn du alle Punkte für dich bejahen kannst, kannst du dich bei uns bewerben.
Zum Schluss möchten wir dich kennenlernen. Beantworte bitte die offene Frage und, je nach deinem Fachbereich, eine der fachlichen Fragen. Es gibt keine Musterlösung, uns interessiert deine Haltung und dein Denken.
Immer: Warum passt du zu bloomnow? Was ist deine Haltung zu neurodivergenten Kindern und ihren Familien?
Je nach Fachbereich, bitte eine passende auswählen:
Wenn wir feststellen, dass jemand auf unserer Liste gegen diese Selbstverpflichtung handelt, zum Beispiel Pseudowissenschaft verbreitet, Familien mit Schuld belädt oder Kinder abwertet, suchen wir zuerst das Gespräch. Führt das nicht weiter, nehmen wir die Person von unserer Liste. Unser Versprechen an die Familien wiegt schwerer als jede einzelne Listung.
Dann bestätige die Selbstverpflichtung gleich in der Bewerbung. Wer schon auf unserer Liste steht, bekommt von uns einen persönlichen Link per Mail und kann dort zustimmen.